Ohrmuschelkorrekturen

HNO-Klinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Heinrich Iro

Allgemeines

Ursachen für abstehende Ohren sind meist eine zu tief ausgeformte Ohrmuschel (sog. Cavum conchae) und eine zu schwach ausgebildete Faltung des Ohres in den oberen Abschnitten (sog. Anthelixfalte). Der optimale Zeitpunkt für eine Ohrmuschelkorrektur ist das Ende des 6. Lebensjahres, vor dem Eintritt in die Schule. Die Ohrmuschel ist dann schon voll ausgebildet und der Knorpel weich und gut formbar. Prinzipiell ist die Operation abstehender Ohren aber zu jedem Zeitpunkt, auch im Erwachsenenalter möglich.

Operationstechnik

Viele Techniken zur Ohrmuschelkorrektur sind beschrieben worden. Für uns hat sich die Technik mit Verkleinerung der zu tief ausgeformten Ohrmuschel (sog. Cavum conchae) und der Neufaltung des Ohres mit Nähten bewährt. Über einen Hautschnitt hinter dem Ohr wird zunächst der Knorpel dargestellt. Aus dem Cavum conchae wird dann ein sichelförmiger Streifen entfernt. Anschließend erfolgt die Neuformung der Anthelixfalte mit Nähten aus nicht-auflösbarem Nahtmaterial. Bei sehr steifem Ohrknorpel kann es sinnvoll sein, diesen zusätzlich etwas zu schwächen. Weitere Nähte zwischen Cavum conchae und dem Bindegewebe hinter dem Ohr unterstützen zusätzlich die ästhetisch schöne Form und Stellung der Ohrmuschel. Alle erforderlichen Maßnahmen erfolgen über den Hautschnitt hinter dem Ohr. Narben auf der Ohrmuschelvorderfläche sind daher nicht erkennbar. Am Ende der Operation wird ein Verband angelegt, der sich in die neu gebildeten Falten einfügt. Dieser sollte ca. 5 Tage getragen werden.

Narkose

Bei Kindern empfehlen wir die Durchführung der Operation in Vollnarkose. Bei Jugendlichen und Erwachsenen kann die Operation in örtlicher Betäubung erfolgen.

Risiken

Infektionen, Wundheilungsstörungen und überschiessende Narbenbildungen hinter dem Ohr sind selten. Da durch den Hautschnitt hintern dem Ohr auch feine Hautnerven durchtrennt werden, kann es vorrübergehend zu Gefühlsstörungen der Haut in diesem Bereich kommen. Selten sind auch Unverträglichkeitsreaktionen gegenüber dem verwendeten Nahtmaterial, die dessen Entfernung und ggf. eine Nachkorrektur erforderlich machen. Bei starkem Zug oder bei starken Scherwirkungen auf die frisch operierte Ohrmuschel können die eingebrachten Nähte wieder aufgehen. Dann ist eventuell ebenfalls eine Nachkorrektur notwendig.

Nachbehandlung

Kurz nach der Operation sind die Ohrmuschel in der Regel noch angeschwollen. Diese Schwellung bildet sich in wenigen Tagen bis zu ca. 2 Wochen komplett zurück. Nach 5 Tagen kann der Verband entfernt werden. Um die neu geformte Ohrmuschel keinen Scherkräften auszusetzen, empfehlen das Tragen eines Stirnbandes zur Nacht für 2 Wochen. Auf das Tragen eines Motorrradhelmes o.ä. sollte in den ersten 3 Monaten verzichtet werden. Das endgültige Ergebnis ist nach dieser Zeit erreicht. Auch die Narbe hinter dem Ohr verblasst und bildet sich in den ersten Monaten zurück.

 
 
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Zusammenfassung