AG Klinische Onkologie

HNO-Klinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Heinrich Iro

AG klinische Onkologie

Die Häufigkeit von Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich nimmt beständig zu während das Erkrankungsalter gleichzeitig abnimmt. Wenngleich die Behandlungsmöglichkeiten in den letzten Jahrzehnten und Jahren verfeinert und durch neuere Verfahren ergänzt und damit in vielen Fällen schonender wurden, so konnte dennoch die Prognose dieser Erkrankungen nur vergleichsweise gering verbessert werden. Ein wichtiges Ziel der klinisch-onkologischen Forschung ist daher die prätherapeutische Ermittlung prognoserelevanter Risikofaktoren, anhand derer die Individualtherapie geplant werden kann. So kann ein biologisch aggressiver Tumor mit der erforderlichen Intensität behandelt werden, während einem Patienten mit einem biologisch "gutmütigen" Tumor unnötige Therapien erspart werden können. Anhand einer anonymen Datenbank können unter Anwendung moderner statistischer Methoden Risiko- und Prognosefaktoren einzeln und im gegenseitigen Wechselspiel untersucht werden und Behandlungsmethoden auf Ihre Effektivität und Sicherheit überprüft werden.
Die Erlanger Tumordatenbank wurde 1988 durch Professor Iro gegründet und wird in den letzten zehn Jahren systematisch mit Hilfe von drei Vollzeitstellen in der medizinischen Dokumentation geführt. Somit ist die HNO Abteilung der Universität Erlangen die einzige Klinik mit einem eigenen Tumorregister, welches mittlerweile mehr als 9600 registrierte Patienten und die Datensätze von mehr als 11000 Tumorgeschehen umfasst.
Diese riesige Datenmenge erlaubt die Durchführung uni- und multivariaten Überlebensanalysen und ist Grundlage zahlreicher abgeschlossener und laufender Dissertationen. Es besteht eine enge Kooperation mit dem IMBE und dem Tumorzentrum. Die Daten fließen außerdem in die experimentelle Onkologie ein.
Ein besonderer Forschungsschwerpunkt besteht in der Untersuchung der HPV-Infektion und Ihren Stellenwert bei der Pathogenese und der Prognose der Oropharynxkarzinome. In den letzten Jahren wird eine erhöhte Inzidenz von Oropharynxkarzinomen insbesondere bei jüngeren Patienten beobachtet. Diese Zunahme wird hauptsächlich mit einer Häufung von Infektionen mit dem humanen Papillomavirus (HPV) in Verbindung gebracht.
In Kooperation mit dem pathologischen Institut (Leiter: Professor Dr. A. Hartmann) und der Abteilung für klinische und molekulare Virologie (Leiter: Professor Dr. B. Fleckenstein) werden wichtige Aspekte der HPV induzierten Oropharynxkarzinome untersucht. So konnte gezeigt werden das HPV positive Patienten sich viel häufiger mit frühen (T1-2) Tumoren vorstellen,die Mehrzahl der Fälle aber dennoch zervikale Lymphknotenmetastasen aufweisen. Weitere Studien sollen die Wertigkeit der verschiedenen Therapieverfahren untersuchen.

 

 

 
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Zusammenfassung