Onkologie

HNO-Klinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Heinrich Iro

Malignome im Kopf-Hals-Bereich

In Deutschland erkranken jährlich circa 15.000 Menschen an einem Malignom im Kopf-Hals-Bereich. Am häufigsten sind Kehlkopfkarzinome, gefolgt von Karzinomen des Rachens und der Mundhöhle.

Hauptrisikofaktoren für die Entstehung solcher Tumoren sind übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen (in Kombination besteht ein 45-fach erhöhtes Risiko), allerdings sind mit zunehmender Häufigkeit auch Nichtraucher und Nichttrinker betroffen. Deren Tumoren sind dann meist mit humanen Papillomaviren (HPV) assoziiert. Gelegentlich können auch berufliche Noxen für die Tumorentstehung verantwortlich sein, z.B. Hartholzstäube für Karzinome der Nase und der Nasennebenhöhlen oder eine jahrelange Asbestexposition bei Kehlkopfkrebs.

Viele Tumore werden erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Als erste Symptome werden häufig Schluckbeschwerden, eine Veränderung der Stimme, Atemnot oder eine Schwellung am Hals bemerkt.

Besteht der Verdacht auf ein Kopf-Hals-Malignom, muss zunächst eine Biopsie aus dem auffälligen Gewebe zur histologischen Diagnosesicherung erfolgen. Dies geschieht üblicherweise im Rahmen einer Spiegelung der oberen Atemwege und der Schluckstraße (sog. Panendoskopie) in Vollnarkose, wobei auch eine genaue Ausdehnungsbestimmung des Tumors möglich ist und weitere Tumoren, welche in bis zu 15% der Fälle vorliegen können, ausgeschlossen werden müssen. Außerdem werden eine Ultraschalluntersuchung der Kopf-Hals-Region, sowie eine Computertomografie durchgeführt, um eine Metastasierung in die Lymphknoten oder die Lunge feststellen zu können. Sind alle Befunde erhoben, wird die Therapie im Rahmen einer interdisziplinären Tumorkonferenz gemeinsam mit den Strahlentherapeuten, Radiologen, Nuklearmedizinern, Pathologen und Internisten geplant.

In den meisten Fällen sind Kopf-Hals-Tumoren kurativ behandelbar, d.h. Therapieziel ist die Heilung des Patienten. Operativ bedeutet das eine radikale Tumorentfernung, oft gefolgt von einer anschließenden Bestrahlung (Radiatio) und ggf. Chemotherapie. Alternativ können bestimmte Tumore auch durch eine alleinige Radio- oder Radiochemotherapie behandelt werden. Wenn eine Bestrahlung durchgeführt werden muss, ist in der Regel eine (meist vorübergehende) Magensonde durch die Bauchdecke (PEG) erforderlich, um die Ernährung des Patienten sicher zu stellen. Eventuell kann auch ein Luftröhrenschnitt für den Zeitraum der Behandlung (sog. Schutztracheotomie) oder ein permanentes Tracheostoma (z.B. nach Kehlkopfentfernung) notwendig sein. Entscheidend für die Therapiefestlegung ist es, neben onkologischen Gesichtspunkten insbesondere auch mögliche durch die Therapie bedingte Funktionsstörungen (z.B. Schluckstörungen oder Verschlechterung/Verlust der Stimme) zu berücksichtigen, die die Lebensqualität des Patienten oft deutlich einschränken.

Im Falle einer Stimm- oder Schluckstörung erfolgt im Verlauf eine ausführliche Diagnostik und die Einleitung einer logopädischen Therapie über die Abteilung für Phoniatrie. In diesem Rahmen kann z. B. ein stationäres Schlucktraining in der HNO-Klinik geplant werden. Anschlussheilbehandlungen und die Weiterversorgung zu Hause werden durch unseren klinischen Sozialdienst organisiert. 

Tumorsprechstunde

 

Chirurgische Therapie maligner Tumoren im Kopf-Hals-Bereich

Die HNO-Klinik Erlangen bietet das gesamte Spektrum an tumorchirurgischen Verfahren. Nähere Informationen finden Sie auf den folgenden Seiten.

 
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Zusammenfassung