AG Robotik & CAS

HNO-Klinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Heinrich Iro

Computer assistierte Chirurgie und Robotik

Der Einsatz von Robotern in der operativen Medizin wird von der Bevölkerung häufig noch sehr kritisch betrachtet. Diese Haltung ist jedoch unbegründet. Das wichtige Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient soll nicht durch eine Maschine ersetz werden. Auch sollen Roboter nicht die Hand des Chirurgen oder gar die Kontrolle bei operativen Eingriffen über-nehmen. Das Gespräch zwischen und Arzt und Patient, die Erfahrung des Operateurs, die Planung und Durchführung von Operationen darf und wird nicht durch eine Maschine verdrängt werden. Roboter sollen vielmehr die Arbeit des Chirurgen bei schwierigen Operationen unterstützen. Auf einigen Gebieten arbeiten Roboter präziser, ermüden nicht und ihre Arbeit ist nicht Einflüssen unterworfen, denen der Arzt als Mensch täglich ausgesetzt ist. Diese Faktoren lassen sich für eine bessere medizinische Versorgung des Patienten ausnutzen. Der Einsatz von Robotern ist dort vorgesehen, wo ein Höchstmaß an Präzision gefordert ist. Es handelt sich dabei vornehmlich um Operationen, bei denen lebenswichtige Organe im Rahmen der Therapie von krankhaften Veränderungen gefährdet sind und dennoch nicht verletzt werden dürfen. Beispiele dafür sind im Bereich der Nasennebenhöhlen der Sehnerv und die Hirnschlagader, die sich weit hinten in den Nasennebenhöhlen befinden. Verletzungen des Sehnervs können zur Erblindung, Verletzungen der Hirnschlagader gar zu Halbseitenlähmungen führen. Häufig befinden sich jedoch krankhafte Veränderungen wie Tumoren oder ausgeprägte Entzündungen in der unmittelbaren Nachbarschaft dieser wichtigen Organe. Der Roboter soll den Operateur darin unterstützen, diese krankhaften Veränderungen komplett zu entfernen und gleichzeitig helfen, negative Folgen für den Patienten zu vermeiden. Dann werden die Vorteile eines Roboters im besten Sinne ausgenutzt.

Robotersystem "A73"

An der Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Universitätsklinikums Erlangen wurde ein Robotersystem entwickelt, das diese Anforderungen erfüllen soll. Die Entwick-lungen entstanden in Zusammenarbeit mit der Fa. Medical Intellince GmbH, Schwabmün-chen, und der Fa. PolyDiagnost GmbH, Pfaffenhofen (zum Anklicken hervorheben). Grundbaustein des Robotersystems „A 73“ ist ein Knickachsenroboter mit einem Gewicht von 19 kg. Das System wurde als sog. „Stand-alone“-Konzept entwickelt. Roboter und Steuerungselemente sind auf einem beweglichen Unterbau angebracht. Über einen hydraulichen Hubarm kann die Arbeitshöhe des Roboters der Höhe des Operationstisches stufenlos ange-passt werden. Die integrierte Software erlaubt die präoperative Planung, Simulation und Durchführung ope-rativer Eingriffe. Diese können entweder vollautomatisiert oder mit Hilfe eines 6-D-Joysticks telemanipulatorisch, quasi ferngesteuert, durchgeführt werden.

Roboter zur Endoskophalterung

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Anwendung und Einführung eines Roboters zur Endoskophalterung. Die Entwicklung des Endoskoproboters erfolgte in Zusammenarbeit mit dem österreichischen „acmit“ (austrian center for medical innovation and technology).

Geplantes Hauptanwendungsgebiet ist die Nasennebenhöhlen- und Schädelbasischirurgie. Der Roboter, der mittels Fußschalter gesteuert werden kann, ermöglicht hierbei Bewegungen in X- und Y- Achse sowie das Zirkulieren um einen festgelegten Pivotpunkt (siehe Grafik).

Hauptziel ist es, dem Chirurgen durch die robotergeführte Endoskophaltung das zweihändige Operieren zu ermöglichen. Hierdurch werden auch komplexe Eingriffe ohne Assistenz möglich. Die Anwendung des Roboters wird hierfür zunächst am Präparat getestet.

Robotersystem "da Vinci"

Ein Robotersystem, welches sich bereits seit Sommer 2012 im Einsatz befindet, ist der „da Vinci“ der Firma Intuitive Surgical. Dieser hochmoderne, 2 Millionen Euro teure OP-Roboter ermöglicht dank seines vierarmigen Systems und optimaler 3D-Sicht, dem neben dem OP-Tisch an einer Konsole sitzendem Chirurgen, feinste Bewegung im Körper des Patienten durchzuführen. Der Chirurg gibt die Bewegungen des Roboters hierbei durch seine Handbewegungen vor.

Genutzt wird der da Vinci bisher von der Urologie, Chirurgie (Allgemein-Chirurgie und Plastische Chirurgie) sowie der Hals-Nasen-Ohren Klinik.

Dabei stehen für unsere Klinik vor allem Eingriffe im Bereich der Mundhöhle, des Zungengrundes und des Schlundes mit der Entfernung bösartiger Tumore im Vordergrund.

 
 
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Zusammenfassung