Mikrochirurgie des Ohres und seitlichen Schädelbasis

HNO-Klinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Heinrich Iro

Mikrochirurgie des Ohres und seitlichen Schädelbasis

Nach eingehender klinischer und apparativer Diagnostik werden bei insgesamt 700 Mittelohreingriffen pro Jahr sämtliche mikrochirurgischen Techniken der Mittelohrchirurgie angewandt. Die überwiegende Mehrzahl der Eingriffe wird kosmetisch unauffällig durch den äußeren Gehörgang (endaural) durchgeführt. Zur Hörverbesserung werden defekte Gehörknöchelchenketten entweder mit patienteneigen Materialien oder mit Titanprothesen wieder hergestellt. In bestimmten Fällen wird auch ein Laser für Operationen eingesetzt. Bestimmte Formen der Schwerhörigkeit werden mit implantierbaren Hörgeräten oder mit Cochlear Implantaten therapiert.

Implantierbare Hörgeräte

Bei den implantierbaren Hörsystemen werden Mittelohrimplantate von Cochlea Implantaten(CI) unterschieden. Die implantierbaren Hörgeräte im Mittelohr dienen der Versorgung einer dauerhaften Innenohrschwerhörigkeit, welche durch ein konventionelles akustisches Hörgerät nicht befriedigend ausgeglichen werden kann. An unserer Klinik wird derzeit erfolgreich mit dem Symphonix Vibrant Soundbridge gearbeitet. Der Vorteil dieses Systems liegt darin, dass der natürliche Weg des Schalls über den Gehörgang und das Trommelfell freibleibt und der Schall durch eine Verstärkung an den Gehörknöchelchen des Mittelohres zum Innenohr weitergeleitet wird. Es resultiert eine natürlichere Klangqualität ohne störende Rückkoppelungseffekte (Pfeifen). Das einzige äusserlich befestigte Teil ist der schallaufnehmende Audioprozessor, der oberhalb des Ohres unter den Haaren magnetisch an der Kopfhaut haftet und jederzeit abgenommen werden kann.
Die operative Technik gleicht der bei anderen Routine-Mittelohreingriffen. Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt und dauert ca. 1,5-2 Stunden. Wie bei anderen mikrochirurgischen Ohreingriffen können die Patienten einige Tage nach der Operation wieder mit den normalen Alltagsaktivitäten beginnen. Nach einer mehrwöchigen Wundheilungsphase zu Hause kann mit der Systemaktivierung und Einstellung begonnen werden. Eine weitere Betreuung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem heimischen Hörgeräteakustiker.

 

Cochlea Implantate (CI) werden für die Rehabilitation bei an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit oder zur Therapie bei Ertaubung im Kindes- und Erwachsenenalter eingesetzt. CI´s stimulieren bei ausgefallenen Sinneszellen in der Hörschnecke (Cochlea) die Fasern des Hörnerven elektrisch. Diese elektrischen Impulse werden dann an das Sprachzentrum im Gehirn weitergeleitet. Zuvor werden Schallwellen über ein Mikrophon an einen Sprachprozessor geleitet.
Dieser kodiert die wesentlichen Sprachanteile. Über eine Sende- und Empfängerspule werden diese elektrischen Impulse dann über ein Elektronenbündel in die Cochlea und an die Hörnervenfasern gebracht. Auch diese Operation wird in Vollnarkose durchgeführt. Die einzelnen Schritte der Operation entsprechen überwiegend denen anderer mikrochirurgischer Ohroperationen. Die Operationsdauer beträgt ca. 2,5 - 3 Stunden. Ähnlich wie bei den Mittelohrimplantaten beträgt der stationäre Aufenthalt nach dem Eingriff zwischen 5-8 Tagen. Nach einer mehrwöchigen Phase der Wundheilung erfolgt dann die Einstellung der elektrischen Signale mit Hilfe des Sprachprozessors. Daran anschliessend wird eine Hör- und Sprachtherapie durchgeführt.

 
 
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Zusammenfassung