Computerassistierte Chirurgie

HNO-Klinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Heinrich Iro

Allgemeine Informationen und der Ablauf für den Patienten

Navigierte Entfernung eines Adenoidzystischen Karzinom des Mastikatorraumes

Ein Schwerpunkt der Hals-Nasen-Ohren-Klinik (des Universitätsklinikums Erlangen) liegt in der Diagnostik und vor allem operativen Therapie von Erkrankungen der vorderen und seitlichen Schädelbasis. Dazu gehören insbesondere endoskopisch kontrollierte Operationen zur Sanierung von chronisch-entzündlichen Erkrankungen der Nasennebenhöhlen, die Entfernung von gut- und bösartigen Tumoren des Nasennebenhöhlensystems, der vorderen Schädelbasis und der Augenhöhle sowie die endoskopische Abdeckung von Defekten der Hirnhäute. Jährlich werden allein in diesen Bereichen an der Hals-Nasen-Ohrenklinik ca. 800 operative Eingriffe durchgeführt. In vielen Fällen handelt es sich bei den genannten operativen Eingriffen um Zweit- oder sogar Drittoperationen, etwa einer Rezidivpolyposis beim Aspirin-Intoleranzsyndrom oder um Rezidive bösartiger Tumore mit Befall der vorderen Schädelbasis.

Navigierte Operation eines Angiofibroms

Neben der großen Anzahl operativer Eingriffe im Bereich der vorderen Schädelbasis stellt die Chirurgie der seitlichen Schädelbasis einen weiteren Schwerpunkt des Aufgabenbereichs dar. Hierzu zählt die Entfernung von gutartigen Tumoren des Gleichgewichtsnerven (sog. Akustikusneurinome), die Enfernung von ausgedehnten Paragangliomen mit Einwachsen in die seitliche Schädelbasis, die Hirnhäute und die Hirnschlagadern, die Entfernung von sog. Angiofibromen, als auch die Freilegung des Gesichtsnerven bis zum Hirnstamm. Jährlich werden an unserer Klinik über 150 derartiger operativer Eingriffe durchgeführt.

Verlauf des Sehnerven in der Augenhöhle
Verlauf der Arteria carotis interna im Bereich der Keilbeinhöhle

Wichtigstes Ziel für den Patienten bleibt neben einer kompletten Tumorentfernung die Erhaltung der Funktion des Gesichtsnerven und des Gehörs. Die Anwendung der computer-assistierten Chirugie mit der Möglichkeit der intraoperativen dreidimensionalen Orientierung erlaubt eine noch genauere Darstellung potentiell gefährdeter Strukturen. Der Anteil postoperativer Gesichtsnervenlähmungen und Einschränkungen des Hörvermögens lassen sich dadurch weiter minimieren.

Navigation im Bereich der lateralen Schädelbasis

Aufgrund der großen Patientenzahlen besitzt die Hals-Nasen-Ohren-Klinik auf dem Gebiet der Chirurgie des Kleinhirnbrückenwinkels und des inneren Gehörganges deutschlandweit mit die größte Erfahrung. Dennoch gestaltet sich die Präparation in diesem Bereich bedingt durch die komplizierten anatomischen Verhältnisse als äußerst schwierig. Dabei ist von Zeiten eine schnelle und genaue Identifizierung der anatomischen Landmarken mitunter nicht immer möglich.

Metallsplitter in der linken Augenhöhle

Über die genannten Schwerpunkte hinaus wird die computer-assistierte Chirurgie aber auch bei allen anderen Fragestellungen eingesetzt, bei denen eine exakte Lokalisation von krankhaften Strukturen erforderlich ist. Beispielhaft sei hier die Entfernung eines Metall-Fremdkörpers in der linken Augenhöhle genannt. Mit Hilfe der computer-assistierten Chirurgie war es möglich, diesen exakt zu lokalisieren und zu entfernen, was ohne Navigation erheblich erschwert gewesen wäre.

Operationsmikroskop OPMI Pentero

Ergänzt werden diese beiden High-Tech-Geräte durch das Operationsmikroskop OPMI Pentero der Fa. Zeiss. Bildinforamtionen der Navigationssysteme können in das Okkular des Mikroskopes direkt eingespeist werden. Markierte Strukturen sind dann für den Operateur beim Blick durch das Mikroskop direkt sichtbar. Ferner können dreidimensionale Gebilde auf den Patienten virtuell projiziert werden, um deren Lokalisation im Patienten zu erkennen. Derzeit kommen an der Universitäts-HNO-Klinik Erlangen zwei verschiedene Navigationssysteme zum Einsatz. Dabei handelt es sich zum einen um das optoelektrische System Vector Vision 2® der Fa. BrainLAB, zum anderen um das Magnetoelektrische System der Fa Fiagon. Beide Systeme bieten den neuesten Stand der Technik.

 
 
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Zusammenfassung