Schlafmedizin

HNO-Klinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Heinrich Iro
Ärzte des Schlaflabors bei der Auswertung der nächtlichen Aufzeichnungen.
Bei der Auswertung der Polysomnographie eines Schlaflaborpatienten werden sowohl elektronische Daten des Schlafes als auch korrespondierende Videoaufzeichnungen wärend der Nachtruhe ausgewertet.

Allgemeine Informationen:

Atemgeräusche während des Schlafes stellen oftmals eine nicht unwesentliche Belastung für das soziale Umfeld insbesondere die Lebenspartner dar. Prinzipiell muß zwischen dem „primären Schnarchen“ und dem Schnarchen mit nächtlichen relevanten Atempausen („Schlaf-Apnoe-Syndrom“) differenziert werden. In letzterem Fall kommt es durch einen Kollaps der oberen Atemwege zu wiederholtem Atemstillstand mit Absinken des Blutsauerstoffgehaltes und Steigerung der Herzfrequenz. Zusammen mit den hieraus resultierenden Weckreaktionen und einer gestörten Schlafstruktur führt dies zu einer vermehrten Tagesmüdigkeit mit Einschlafneigung und Konzentrationsstörungen, welche u.a. mit einem erhöhten Unfallrisiko im Straßenverkehr einhergehen können.

Schlafmedizinische Sprechstunde:

Die offene Spezialsprechstunde für schlafbezogene Atemstörungen findet montags zwischen 13:00 und 16:00 Uhr statt. Zu Beginn der Behandlung steht das Anamnesegespräch und die HNO-ärztliche Untersuchung. Mit Hilfe einer speziellen Untersuchungstechnik wird die Nasenluftpassage objektiviert und bei Bedarf werden Röntgen-Untersuchungen durchgeführt. Eine Untersuchung der Herz- und Lungenfunktion sollte, wenn möglich, bereits zuvor durch den Hausarzt veranlasst worden sein. Im Anschluß wird eine ambulante nächtliche Untersuchung des Schlafes (Screening), falls nicht schon vorhanden, von uns durchgeführt. Abhängig von diesem Ergebnis wird bei Bedarf ein Termin in unserem Schlaflabor vereinbart.

Das Team des Erlanger Schlaflabors

Schlaflabor:

Während eines zwei- bis dreitägigen stationären Aufenthaltes ist der Patient in einem Einzelzimmer mit eigenem Bad und WC untergebracht. Die Aufnahme erfolgt üblicherweise bis 19:00 Uhr, die Entlassung nach der zweiten oder dritten Nacht um ca. 09:00 Uhr. Abends wird die sogenannte Polysomnographie nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin (DGSM) durchgeführt: Hierfür werden mehrere Klebeelektroden an verschiedenen Stellen auf der Gesichtshaut und an den Beinen befestigt. Über einen Sensor auf der Oberlippe werden die Atemströme gemessen und über einen Brust- und Bauchgurt die Atembewegungen aufgezeichnet. Ein Mikrophon nimmt die nächtlichen Atemgeräusche auf. Mit verschiedenen anderen Parametern werden die Schlafstadien bestimmt, die Sauerstoffsättigung und die Herzfrequenz gemessen, sowie Beinbewegungen und die Körperlage registriert. Sämtliche Werte werden im Computer digitalisiert und anschließend ausgewertet. Bei Bedarf werden verschiedene Untersuchungen zur Konzentrationsfähigkeit und Einschlafneigung am Tage durchgeführt. Ein speziell geschulter Mitarbeiter ist die gesamte Nacht zur Überwachung der Aufzeichnungen vor Ort.

Schlafendoskopie:

Bei besonderen Fragestellungen kann die sogenannte „Schlafendoskopie“ für die Festlegung des Therapiekonzeptes hilfreich sein: Um die Situation im Schlaf zu simulieren, wird dem Patienten hierbei unter Überwachung durch den Anästhesisten das Schlaf erzeugende Medikament „Propofol“ verabreicht. Im folgenden Kurzschlaf wird mit einem Endoskop der gesamte Rachen bis zum Kehlkopf inspiziert. Nach der Untersuchung ist der Patient in seiner Reaktionsschnelligkeit eingeschränkt und darf an diesem Tag beispielsweise nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen.

Therapie:

Die Therapiemöglichkeiten richten sich nach der Art und Ursache des Schnarchens. Das reine Schnarchen kann bei hierfür geeigneten Patienten durch verschiedene operative Operationstechniken reduziert bzw. beseitigt werden. Hierzu zählt in erster Linie das Kürzen des Gaumenzäpfchens und die Straffung der Gaumensegel. Eine starke Nasenatmungsbehinderung kann durch Korrektur der inneren und/oder äußeren Nase verbessert werden. Bei diesen Operationen in Vollnarkose muß mit einem stationären Aufenthalt von etwa einer Woche gerechnet werden. Als ambulant durchführbare Methode steht die sogenannte „Radiofrequenztherapie“ zur Verfügung, bei der mit Hilfe von Hochfrequenzstrom eine Schrumpfung und Straffung des Gewebes im Gaumenbereich und im Zungengrund herbeigeführt wird. Alternativen sind in einigen Fällen auch Bißschienen, die den Unterkiefer in eine Vorschubstellung bringen, oder "Rückenlage-Verhinderungs-Westen", die ein Rückenlage-bezogenes Schnarchen beseitigen können.

Der „Gold Standard“ in der Therapie des obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndroms ist die sogenannte nCPAP-Therapie („nasal Continuous Positive Airways Pressure“). Hierbei atmet der Patient über ein spezielles Gerät und eine Nasenmaske gegen einen Luftstrom. Durch den hierdurch entstehenden kontinuierlichen positiven Druck in den oberen Atemwegen werden Atempausen verhindert. Mit dem einzelnen Patienten wird im Rahmen des stationären Aufenthaltes im Schlaflabor ein individueller Therapieplan erarbeitet, welcher mitunter auch verhaltenstherapeutische Aspekte einschließt.

Nachsorge:

Das Schlaflabor der HNO-Klinik steht den Patienten auch nach der stationären Behandlung jederzeit zur Verfügung und regelmäßige Nachkontrollen werden vereinbart.

Mitarbeiter:

Leitung:
Dr. med. Maximilian Traxdorf, Somnologe (DGSM)

Dr. med. Florian Angerer
Dr. med. Eric Treutlein
Dr. med. Judith Bauer

"Gesundheit erlangen" - Das regionale Gesundheitsmagazin

Beitrag von Dr. Maximilian Traxdorf
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Radiobeitrag vom 11.12.2013 mit Dr. Maximilian Traxdorf bei Bitexpress

Radiobeitrag