Allgemeine Informationen:
Schnarchen ist häufig – und nicht immer krankhaft. Wichtig ist jedoch die Unterscheidung zwischen primärem Schnarchen und einer obstruktiven Schlafapnoe. Während beim primären Schnarchen störende Atemgeräusche ohne relevante Atemaussetzer auftreten, kommt es bei der obstruktiven Schlafapnoe wiederholt zu einem teilweisen oder vollständigen Kollaps der oberen Atemwege.
Dadurch entstehen nächtliche Atempausen mit Abfall der Sauerstoffsättigung. Es kommt zu kurzen Weckreaktionen, die Betroffene meist nicht bewusst wahrnehmen. Der Schlaf verliert an Erholungsqualität. Mögliche Folgen sind Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen, morgendliche Kopfschmerzen, Leistungsminderung und ein erhöhtes Risiko für Sekundenschlaf, zum Beispiel im Straßenverkehr. Langfristig kann eine unbehandelte obstruktive Schlafapnoe zudem das Herz-Kreislauf-System belasten.
In unserer schlafmedizinischen Sprechstunde liegt der Schwerpunkt auf der Abklärung von Schnarchen und obstruktiver Schlafapnoe sowie auf der Auswahl einer individuell geeigneten Therapie.
Schlafmedizinische Sprechstunde:
Nach Terminvereinbarung in unserer Spezialsprechstunde stehen zunächst ein ausführliches Anamnesegespräch und eine HNO-ärztliche Untersuchung im Vordergrund. Dabei suchen wir nach möglichen anatomischen oder funktionellen Ursachen des Schnarchens beziehungsweise einer schlafbezogenen Atemstörung.
Falls noch keine entsprechende Voruntersuchung vorliegt, führen wir im Anschluss eine ambulante nächtliche Schlafuntersuchung, eine sogenannte Polygraphie, durch. Dabei werden wichtige Parameter wie Atmung, Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz, Körperlage und Schnarchgeräusche während des Schlafes aufgezeichnet. Abhängig vom Ergebnis wird bei Bedarf ein Termin in unserem Schlaflabor vereinbart.
Sprechstunde
Schlafbezogene Atmungsstörungen (Schlafapnoe, Schnarchen, Schlaflabor)
Schlafapnoe, Schnarchen, Schlaflabor
Spezialsprechstunde
Zeiten
Donnerstag: 8.00--12.30 Uhr
Adresse
HNO-Klinik
Waldstr. 1
91054 Erlangen
Raum
Hochschulambulanz
Hinweis
Im Rahmen dieser Sprechstunde wird durch eine ausführliche Anamnese und HNO-ärztliche Untersuchung nach möglichen Auslösern des sogenannten primären Schnarchens, d. h. Schnarchen ohne Atemaussetzer, oder eines Schlafapnoe-Syndroms geforscht.
Falls notwendig wird im Anschluss ein Termin in unserem Schlaflabor vereinbart.
Mitzubringen
- Versicherungsnachweis (Krankenkassenkarte)
- Befunde evtl. im Vorfeld bereits durchgeführter Voruntersuchungen (z. B. ambulante Polygrafie)
Schlaflabor:
Im Schlaflabor erfolgt die Untersuchung während eines ein- bis zweitägigen stationären Aufenthaltes. Die Unterbringung erfolgt in einem Einzelzimmer mit eigenem Bad und WC. Die Aufnahme erfolgt üblicherweise am Abend, die Entlassung am Folgetag beziehungsweise nach der zweiten Nacht.
Während der Nacht wird eine umfassende Schlaflaboruntersuchung (Polysomnografie) durchgeführt. Dabei erfassen Sensoren und Elektroden unter anderem Atemfluss, Atembewegungen von Brustkorb und Bauch, Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz, Schlafstadien, Körperlage, Beinbewegungen und Schnarchgeräusche.
Die Daten werden digital aufgezeichnet und anschließend schlafmedizinisch ausgewertet. So lässt sich beurteilen, ob eine relevante schlafbezogene Atemstörung vorliegt.
Im Rahmen des stationären Aufenthaltes erfolgt zur weiteren schlafmedizinischen Abklärung noch die Sonografie der Halsweichteile und der Schilddrüse, ein Routinelabor mit Schilddrüsenwerten und ein EKG.
Bei Bedarf können ergänzende Untersuchungen zur Konzentrationsfähigkeit oder Einschlafneigung am Tage durchgeführt werden.

Schlafendoskopie
Bei besonderen Fragestellungen kann eine sogenannte Schlafendoskopie für die Festlegung des Therapiekonzeptes hilfreich sein: Dafür wird unter anästhesiologischer Überwachung ein kurzer, medikamentös herbeigeführter Schlaf eingeleitet. Anschließend untersuchen wir mit einem flexiblen Endoskop die oberen Atemwege vom Rachen bis zum Kehlkopf.
So kann genauer beurteilt werden, an welcher Stelle sich die oberen Atemwege im Schlaf einengen oder kollabieren. Nach der Untersuchung ist die Reaktionsfähigkeit eingeschränkt; Patientinnen und Patienten dürfen an diesem Tag zum Beispiel nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen.

Therapie des Schnarchens
Die Therapie des Schnarchens richtet sich nach Ursache, Ausprägung und individueller Anatomie. Häufig stehen zunächst konservative Maßnahmen im Vordergrund. Dazu gehören zum Beispiel Gewichtsreduktion bei Übergewicht, die Vermeidung von Alkohol oder Schlafmitteln am Abend sowie eine Verbesserung der Schlafhygiene.
Bei lageabhängigem Schnarchen kann ein Lagetraining helfen, die Rückenlage während des Schlafes zu vermeiden. In geeigneten Fällen kommt außerdem eine Unterkieferprotrusionsschiene infrage. Diese individuell angepasste Schiene verlagert den Unterkiefer im Schlaf leicht nach vorne und kann dadurch den Atemweg stabilisieren.
Besteht eine relevante Nasenatmungsbehinderung, kann eine Korrektur der inneren und/oder äußeren Nase sinnvoll sein. Dadurch lässt sich die Nasenatmung verbessern. Außerdem kann eine verbesserte Nasenatmung die Anwendung und Verträglichkeit einer CPAP-Therapie erleichtern.
Therapie der obstruktiven Schlafapnoe
Im Rahmen der schlafmedizinischen Abklärung wird gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten ein individueller Therapieplan erstellt. Dieser kann neben der CPAP-Therapie auch verhaltenstherapeutische Maßnahmen, Lagetherapie, Therapie mittels Unterkieferprotrusionsschiene oder chirurgische Behandlungsoptionen umfassen.
Ventilationstherapie
Die wirksamste und am besten untersuchte Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe ist die sogenannte CPAP-Therapie. Dabei wird über ein spezielles Gerät und eine Maske während des Schlafes ein Überdruck erzeugt. Dieser Druck hält die oberen Atemwege offen und verhindert Atempausen.
Lagetherapie
Bei Patienten, bei denen Atemaussetzer vor allem in Rückenlage auftreten, kann die Lagetherapie eine Alternative zur CPAP-Maske sein. Durch Hilfsmittel wie zum Beispiel eine spezielle Weste kann der Schlaf in Rückenlage verhindert werden.
Unterkieferprotrusionsschiene
Die Unterkieferprotrusionsschiene ist eine durch einen speziellen Zahnmediziner angepasste Zahnschiene zur Behandlung von leicht- bis mittlergradiger obstruktiver Schlafapnoe. Sie verlagert den Unterkiefer während des Schlafs nach vorne und hält dadurch die Atemwege offen.

Weichgaumenchirurgie
Eine Operation im Bereich des Weichgaumens kann bei ausgewählten Patientinnen und Patienten sinnvoll sein sein. Voraussetzung ist eine anatomisch bedingte Einengung der oberen Atemwege, beispielsweise durch vergrößerte Mandeln. Durch die Entfernung der Mandeln und gegebenenfalls eine Straffung der Gaumenbögen kann die Zahl der Atemaussetzer reduziert werden. Ob ein solcher Eingriff indiziert ist, wird im Rahmen der Schlafsprechstunde abgeklärt.
Hypoglossus-Stimulation / Zungenschrittmacher
Für ausgewählte Patientinnen und Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe, bei denen eine CPAP-Therapie nicht vertragen wird oder keinen ausreichenden Therapieerfolg erzielt, kann die Hypoglossus-Stimulation, auch Zungenschrittmacher genannt, eine weitere Therapieoption darstellen.
Bei dieser Behandlung wird der Unterzungennerv, der Nervus hypoglossus, der die Zungenmuskulatur steuert, gezielt stimuliert. Dadurch werden die Zunge und die umliegende Muskulatur leicht angespannt und der obere Atemweg bleibt offen. Je nach System erfolgt die Stimulation atemabhängig oder über ein extern aktivierbares Stimulationssystem.
Die HNO-Klinik des Universitätsklinikums Erlangen ist ein Zentrum für Hypoglossus-Stimulation. Wir bieten die Behandlung mit Systemen der Firmen Inspire® und Nyxoah/Genio® an. Dazu gehören die sorgfältige Voruntersuchung und Indikationsstellung, die operative Implantation sowie die anschließende Einstellung und Nachsorge.
Medienbeiträge
Video:
Interaktives Video zum Thema Schlaf
Zeitschriften:
Die aktuelle Frage, "Schlaflos bei Vollmond?, EN/NZ, 19.01.2019
"Gesundheit erlangen" - Das regionale Gesundheitsmagazin
Beiträge von Dr. Maximilian Traxdorf
Was hilft gegen mein Schnarchen?
Eine Frau – 33 Atemstillstände - Uniklinikum Erlangen (uk-erlangen.de)





