Kardiovaskuläre Nanomedizin
Foto: Harald Unterweger\Uniklinikum Erlangen
Die Arbeitsgruppe Kardiovaskuläre Nanomedizin der Sektion für Experimentelle Onkologie und Nanomedizin (SEON) beschäftigt sich vorrangig mit der Diagnose sowie Entwicklung nanomedizinischer Behandlungsmöglichkeiten bei Atherosklerose. Trotz jüngster Fortschritte auf dem Gebiet der bildgebenden Techniken bleiben etliche vulnerable bzw. instabile Plaques unentdeckt. Der Einsatz von ultrakleinen superparamagnetischen Eisenoxid-Nanopartikeln (SPIONs) zur Verbesserung der verfügbaren nicht-invasiven Techniken soll die Erkennung atherosklerotischer Plaques verbessern und das Risiko akuter kardiovaskulärer Ereignisse verringern.
Die konventionelle medikamentöse Therapie wird üblicherweise systemisch verabreicht. Diese Handhabung hat etliche ernstzunehmende Nachteile, etwa Nebenwirkungen sowie geringe Wirksamkeit innerhalb der zugelassenen Dosierung. In unseren Projekten versuchen wir, diese Nachteile zu überwinden, z. B. durch die gezielte Verabreichung von an Nanopartikel gekoppelten Medikamenten. Dieser Ansatz verspricht eine lokale Behandlung von Plaques, von der man erwartet, dass sie die unerwünschten Wirkungen erheblich minimiert, indem sie die Zytotoxizität des Medikaments und die erforderliche Dosierung verringert.
Ein weiteres zentrales Thema unserer Arbeit ist die vaskuläre Regeneration. Wir untersuchten umfassend die Zellkompatibilität verschiedener Hydrogele für 3D-Modelle sowie die Möglichkeit, die Besiedlung von polymeren Nanofasergerüsten mit Hilfe der magnetischen Zellaussaat zu verbessern. Im Rahmen unseres neuen internationalen Projekts arbeiten wir gemeinsam mit Partnern in Polen an der Entwicklung neuartiger, biologisch abbaubarer Gefäßprothesen, die eine schnelle Endothelialisierung ermöglichen und das Risiko von Thrombosen oder Infektionen verringern sollen.
Im Rahmen des SFB/TRR 225-Projekts ist es unser Ziel, mithilfe von Biofabrikationstechniken 3D-Gewebe- und Tumormodelle zu entwickeln, die endothelisierte, durchblutbare mikrovaskuläre Netzwerke auf der Basis von thermoresponsiver Polymertechnologie enthalten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Funktionalität des Netzwerks, den Wechselwirkungen mit Immun- und Tumorzellen sowie der Angiogenese.
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News
Sonderforschungsbereich/Transregio TRR225 "Von den Grundlagen der Biofabrikation zu funktionalen Gewebemodellen".
Auf ihrer Herbstsitzung 2025 beschloss die DFG, die Förderung des Sonderforschungsbereichs/Transregio „Von den Grundlagen der Biofabrikation zu funktionellen Gewebemodellen“ für die dritte Förderperiode zu verlängern. SEON beteiligt sich an dem interdisziplinären Netzwerk mit dem Teilprojekt C07: "Endothelialisierte perfundierbare mikrovaskuläre Gefäßsysteme zur Biofabrikation standardisierter in vitro Gewebemodelle" unter der Leitung von Prof. Dr. Iwona Cicha (SEON) gemeinsam mit Dr. Antje Appelt-Menzel und Dr. Matthias Ryma (FMZ, Universitätsklinikum Würzburg). Der SFB/TRR225 „BioFab“ wird ab dem 1. Januar 2026 für weitere vier Jahre gefördert.
SFB/TRR 225 um weitere vier Jahre verlängert - SFB TRR 225 biofab
Unser bilaterales Projekt NAMIRA wurde kürzlich von der DFG und dem Polnischen National Science Centre (NCN) gefördert.
Im Rahmen dieses Projekts mit dem Titel „Multifunktionale Nanofasermaterialien für das vaskuläre Tissue Engineering“ wird die AG Cicha eng mit Dr. habil. Beata Butruk-Raszeja und dem Team des Labors für Biomedizinische Technik an der Technischen Universität Warschau zusammenarbeiten.
Geförderte Projekte (Auswahl)
Von den Grundlagen der Biofabrikation zu funktionalen Gewebemodellen (SFB/TRR 225)
SFB/Transregio DFG Förderung, 2018-2029
Projektziel
Im Rahmen des SFB/TRR 225-Projekts ist es unser Ziel, mithilfe von Biofabrikationstechniken 3D-Gewebe- und Tumormodelle zu entwickeln, die endothelisierte, durchblutbare mikrovaskuläre Netzwerke auf der Basis von thermoresponsiver Polymertechnologie enthalten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Funktionalität des Netzwerks, den Wechselwirkungen mit Immun- und Tumorzellen sowie der Angiogenese.
Verbundpartner
- Dr. Taufiq Ahmad, UK Würzburg
- Dr. Antje Appelt-Menzel, UK Würzburg
- Prof. Dr. Andreas Arkudas, UKER
- Prof. Dr. Torsten Blunk, UK Würzburg
- Prof. Dr. Aldo R. Boccaccini, FAU
- Prof. Dr. Anja Bosserhoff, FAU
- Dr. Silvia Budday, FAU
- Prof. Dr. E. Ada Cavalcanti-Adam
- Prof. Dr. Iwona Cicha, UKER
- Dr.-Ing. Rainer Detsch, FAU
- Prof. Dr.-Ing. Frank Döpper, Uni Bayreuth
- PD Dr. Regina Ebert, Uni Würzburg
- Prof. Dr. Ben Fabry, FAU
- Prof. Dr. Dr. Oliver Friedrich, FAU
- Prof. Dr. Stephan Gekle, Uni Bayreuth
- Prof. Dr. Jürgen Groll, UK Würzburg
- Prof. Dr. Katrin Heinze, Uni Würzburg
- Prof. Dr. Leonid Ionov, Uni Bayreuth
- Dr. Tomasz Jüngst, UK Würzburg
- Prof. Dr. Annika Kengelbach-Weigand, UKER
- Jun.-Prof. Dr. Florian Kleefeld
- Dr.-Ing. Gregor Lang, UK Würzburg
- Jun.-Prof. Dr. Meike Leiske
- Prof. Dr. Tessa Lühmann, Uni Würzburg
- Prof. Dr. Janina Müller-Deile, UKER
- Prof. Dr. Lutz Nuhn, Uni Würzburg
- Prof. Dr. Georg Papastavrou, Uni Bayreuth
- PD Dr. Teresa Promny, UKER
- Dr. Matthias Ryma, UK Würzburg
- Prof. Dr. Sahar Salehi-Müller, Uni Hohenheim
- PD Dr. Natascha Schäfer, UK Würzburg
- Prof. Dr. Thomas Scheibel, Uni Bayreuth
- PD Dr. Rafael Schmid, UKER
- Prof. Dr. Jürgen Seibel, Uni Würzburg
- Prof. Dr. Reiner Strick, UKER
- Dr. habil. Jörg Teßmar, UK Würzburg
- Prof. Dr. Carmen Villmann, UK Würzburg
- Prof. Dr. Harald Wajant, UK Würzburg
- Prof. Dr. Matthias Weiss, Uni Bayreuth
Multifunktionale Nanofasermaterialien für das vaskuläre Tissue Engineering (NAMIRA)
DFG-NCN Förderung, 2026-2029
Projektziel
Im Rahmen dieses neuen internationalen Projekts arbeiten wir gemeinsam mit Partnern in Polen an der Entwicklung neuartiger, biologisch abbaubarer Gefäßprothesen, die eine schnelle Endothelialisierung ermöglichen und das Risiko von Thrombosen oder Infektionen verringern sollen. Unsere früheren systematischen Studien zu den Materialeigenschaften, die für die Verbesserung von Gefäßprothesen auf Polyurethanbasis erforderlich sind, ermöglichten uns die Auswahl einer Materialstruktur (faserig), einer Oberflächentopographie (Fasern in Nanogröße) und einer Beschichtung (Polynoradrenalin), die eine schnelle Endothelialisierung unterstützen und ausreichende mechanische Eigenschaften besitzen, um beschädigte Gefäße in vivo zu ersetzen. Ziel des aktuellen Projekts ist die Entwicklung von nanofaserigen, biologisch abbaubaren Gefäßprothesen mit antibakteriellen und antithrombotischen Eigenschaften.
Verbundpartner
- Dr. habil. Beata Butruk-Raszeja, Warsaw University of Technology, Polen
- Prof. Dr. Tomasz Ciach, Warsaw University of Technology, Polen
Gerüstmaterialien für vaskuläre Endothelzellen: Untersuchungen der Struktur und der physikalisch-chemischen Eigenschaften von Oberflächen (RESTORE)
DFG-NCN Förderung, 2021-2024
Projektziel
Der Ersatz von Gefäßen mit kleinem Durchmesser durch autologe Gefäßtransplantation wird bei vielen Patienten durch die geringe Verfügbarkeit von geeignetem Transplantaten eingeschränkt. Im Mittelpunkt dieses Projekts standen detaillierte und systematische Analysen der Materialeigenschaften und der biologischen Anforderungen für die Entwicklung verbesserter Gefäßprothesen auf Polyurethanbasis, die eine schnelle Endothelialisierung unterstützen und ausreichende mechanische Eigenschaften besitzen, um geschädigte Gefäße zu ersetzen.
Verbundpartner
- Prof. Dr. Tomasz Ciach, Warsaw University of Technology, Polen
- Dr. Michał Wojasiński, Warsaw University of Technology, Polen
- Dr. habil. Beata Butruk-Raszeja, Warsaw University of Technology, Polen
Nanomedizinischer Ansatz zur Prävention und Behandlung von Arteriosklerose
DFG Förderung, 2018-2020
Projektziel
Im Bereich der Atherosklerose hat sich das magnetische Targeting von SPION-beladenen Zellen auf Gefäßstents zur Verhinderung von Thrombose und Restenose als vielversprechender präklinischer Ansatz erwiesen. Durch die Erhöhung der effektiven lokalen Dosen von pharmazeutischen Wirkstoffen könnte das magnetische Drug Targeting auch ein nützliches Instrument zur Verbesserung der Plaquestabilität und zur Verringerung von Entzündungsreaktionen darstellen. In diesem Projekt untersuchten wir, die Auswirkungen von Blutbestandteilen auf die Akkumulation von Magnetpartikeln unter Blutfluss und führen in vivo Studien zum magnetischen Wirkstofftargeting durch.
Verbundpartner
- Prof. Dr. med. Tobias Bäuerle, UKER
- Prof. Dr. med. Christoph Garlichs, DIAKO Hospital Flensburg
- Prof. Dr. Margarete Goppelt-Struebe, UKER
Gefäßprothesen mit geringem Durchmesser und bioaktiver Beschichtung - Analyse der Hämokompatibilität und der endothelialen Zellantwort (BioCoatGraft)
BMBF Förderung, 2018-2020
Projektziel
Das Projekt umfasste die klinisch dringend benötigte Entwicklung, Produktion und die funktionelle in vitro Prüfung der kleinlümigen Gefäßprothesen, basierend auf Polyurethanen. Im Besonderen wurden folgende Hauptaufgaben adressiert: (1) Die Herstellung röhrenförmiger Transplantate mittels klinischen Polyurethanen, gefolgt von Modifikationen der Oberfläche mit bioaktiven Beschichtungen und der ausführlichen Analyse der physikalisch-chemischen Eigenschaften. (2) Die funktionelle Überprüfung der hergestellten röhrenförmigen Transplante, mit der Analyse der Hämokompatibilität und Thrombogenität unter statischen und dynamischen Bedingungen sowie die Untersuchung zwei verschiedener Endothelialisierungsvorgänge: Magnetische Aussaat der Endothelzellen (endothelial cells, EC) auf die luminale Oberfläche des Transplantates im Vergleich zur Perfusionsaussaat. (3) Die detaillierte mikroskopische Evaluierung der Endothelium-bedeckten Oberfläche, des endothelialen Secretoms und der Produktion der extrazellulären Matrix.
Verbundpartner
- Prof. Dr. Hania Hlawaty, INSERM, Frankreich
- Prof. Dr. Tomasz Ciach, Warsaw University of Technology, Polen
Nanomedizin für zielgerichtete Bildgebung und Behandlung von Atherothrombose: Entwicklung und erste klinische Machbarkeit (NanoAthero)
Large Scale FP7 EU Förderung, 2013-2018
Projektziel
Ziel des NanoAthero-Projekts war es, die erste klinische Machbarkeit der Entwicklung von Nanosystemen für die gezielte Bildgebung und Behandlung fortgeschrittener atherosklerotischer Erkrankungen beim Menschen nachzuweisen. NanoAthero bot eine einzigartige Gelegenheit, fundiertes Wissen über die Bioingenieurstechnik und Herstellung von Nanoträgern mit modernstem Fachwissen in der Kardiologie zu verbinden und so einen umfassenden Rahmen vom Labor bis zum Patienten innerhalb eines Kooperationskonsortiums aus 16 Partnern aus Wissenschaft, einem europäischen Verband, KMU und einem großen Pharmaunternehmen zu schaffen.
Über einen Zeitraum von 5,5 Jahren integrierte NanoAthero fundierte vorläufige In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen zur Sicherheit und Wirksamkeit von Nanosystemen, Risiko- und Ethikbewertungen, die GMP-konforme Herstellung, die Einleitung klinischer Studien einschließlich der Erstellung von Zulassungsunterlagen sowie die Bewertung der Leistungsfähigkeit optimierter diagnostischer Wirkstoffe.
Verbundpartner (u.a.)
- Prof. Dr. Didier Letourneur, INSERM, Frankreich
- Prof. Dr. Erik S. G. Stroes, AMC, Niederlande
- Dr. Claudia Cabella, Bracco, Italien
- Prof. Janos Szebeni, Prof. Dr. Laszlo Dezsi, Semmelweis Uni, Ungarn
- Dr. Isabelle Texier, CEA, Frankreich
- Dr. Damien Faivre, MPIKG, Deutschland
- Prof. Gert Strom, Uni Utrecht, Niederlande
- Dr. Bart Metselaar, Uni Twente,
- Prof. Dr. Harald Mangge, Dr. Gunter Almer, Uni Graz, Österreich






