Schilddrüsenchirurgie

HNO-Klinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Heinrich Iro

Klinische Untersuchung: schonend und vorbeugend

Nicht jeder Tumor ist bösartig, nicht jede Schwellung im Halsbereich besorgniserregend. Durch zielgerichtete Diagnose lässt sich eine Operation manchmal vermeiden. Um sicher zu gehen, welcher Behandlungsweg für die Patienten der richtige ist, setzt die HNOKlinik im Bereich der Schilddrüse von Anfang an auf eine zielgerichtete und vorbeugende Diagnostik. Der operative Eingriff kann durch ein einfaches, aber effektives Diagnose-Verfahren in vielen Fällen umgangen werden. Neben dem Ultraschall geben Laboruntersuchungen und Zellproben häufig schon im Vorfeld Aufschluss darüber, ob Schwellungen der Schilddrüse oder Nebenschilddrüsen entfernt werden müssen. Im Sinne des Patienten geht die HNO-Klinik bei der Diagnose außerdem höchst schonend vor.

Diagnostik: risikoarm und effektiv

Ultraschall und Feinnadelpunktion sind besonders patientenfreundliche Verfahren. Sie helfen, noch vor einer Operation die richtige Diagnose zu stellen. Mithilfe des hochaufösenden Ultraschalls lässt sich auch Gewebe der empindlichen Halspartie gänzlich schmerzfrei untersuchen und bildgebend darstellen. Auf diese Weise werden veränderte Strukturen erkennbar. Das Ultraschall-Bild liefert außerdem erste Hinweise auf die Beschaffenheit eines Tumors. Die sogenannte ultraschallgesteuerte Feinnadelpunktion stellt schließlich eine schmerzfreie, risikoarme und effektive Methode der Zellprobengewinnung dar.
Mit einer feinen Hohlnadel werden Flüssigkeit oder Zellen des möglichen Tumorgewebes an der Schilddrüse entnommen. Der Patient muss für diesen Eingriff nur örtlich betäubt werden und hat keine Narben im Halsbereich zu befürchten. In der Auswertung der Zellproben arbeitet die HNO-Klinik erfolgreich mit erfahrenen Experten aus der Pathologie (Leitung: Prof. Dr. med. Arndt Hartmann) zusammen. Die gesamte Diagnostik vollzieht sich in enger Kooperation mit der Nuklearmedizin (Leitung: Prof. Dr. med. Torsten Kuwert) und der Endokrinologie (Prof. Dr. med. Christof Schöfl /Medizinische Klinik 1, Leitung: Prof. Dr. med. Markus F. Neurath).

Bessere Sicht durch Lupenbrille
Sonde zur Stimulation des Nervus recurrens während der Operation

Therapie: minimalinvasiv und präzise

Bei Eingriffen an der Schilddrüse ist Vorsicht geboten. Sensible Nerven wie beispielsweise der Stimmbandnerv sowie Luftröhre und Kehlkopf befinden sich in der Nähe des schmetterlingsförmigen Organs.
Die Ärzte an der HNO-Klinik operieren deshalb äußerst vorsichtig. Dazu verwenden sie sehr feine Operationsinstrumente. Haut und Gewebe des Halsbereichs tragen nur kleinste Verletzungen während des Eingriffs davon. Zusätzlich zu dieser strukturschonenden Vorgehensweise wendet die HNO-Klinik ein Verfahren an, das der Sicherheit des Patienten dient. Mittels intraoperativem Nerven-Monitoring wird möglichen Schäden an wichtigen Nerven vorgebeugt. Die Funktionsfähigkeit und Aktivität der Nerven wird während der Operation akustisch und bildlich dargestellt. Durch winzige elektrische Impulse wird kontrolliert, dass die Nervenbahnen unbeschadet bleiben. Der operierende Arzt trägt außerdem eine stark vergrößernde Lupenbrille. Sie ermöglicht während des Eingriffs eine optimale Sicht und ein präzises Arbeiten an der Schilddrüse sowie den noch kleineren Nebenschilddrüsen.

Nachsorge: kompetent und fachübergreifend

Mit der Operation ist die Behandlung noch nicht vorbei. Auch nach dem stationären Aufenthalt betreut die HNO-Klinik in Kooperation mit den niedergelassenen Fachärzten ihre Patienten umfassend.
Gut- oder bösartig? Diese Frage ist bei Tumoren entscheidend und sie beeinflusst die Nachsorge.
Bei gutartigen Tumoren folgt nach etwa zehn Tagen lediglich die Narbenkontrolle. Bei bösartigen Tumoren beraten sich Fachärzte der HNO-Klinik mit Kollegen aus den Bereichen Nuklearmedizin, Endokrinologie und Strahlentherapie zunächst bei der sogenannten Tumorkonferenz. Sie leiten gemeinsam weitere Schritte ein. Eine Möglichkeit ist dabei die Radiojodtherapie (RJT), bei der die Schilddrüse von innen bestrahlt wird. Nach der Bestrahlung folgen regelmäßige Ultraschallkontrollen und Blutuntersuchungen. Tumormarker im Blut geben schnell Aufschluss darüber, ob die Therapie erfolgreich war. Bei einer kompletten Entfernung der Schilddrüse muss der Patient Hormonpräparate wie L-Thyroxin einnehmen, welche die Funktion der Schilddrüse ersetzen.

 
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Zusammenfassung