|
|||
editorial | aktuell | trends | praxis | service | science | team | termine
editoral
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
„Innovation – aber sicher“ – so lautet der Leitsatz der 84. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie e. V. (DGHNO) in Nürnberg, mit dem wir uns besonders gut identifizieren können. Auch wir setzen im Klinikalltag auf vielversprechende Maßnahmen: Der daVinci-Roboter assistiert erfolgreich bei Operationen im Schlund- und Rachenbereich. Ein neues Verfahren optimiert die Behandlung der Tuba auditiva. Ich freue mich auf einen regen fachlichen und persönlichen Austausch mit Ihnen auf der anstehenden DGHNO-Tagung. Weitere wichtige Themen finden Sie im aktuellen Newsletter.
Prof. Dr. med. Heinrich Iro,
Klinikdirektor
aktuell
Hilfe bei Hörsturz: Intratympanale Kortisontherapie
Was tun bei Hörsturz? Die Ursachen der plötzlich und meist einseitig auftretenden Schallempfindungsstörung sind immer noch nicht weitreichend geklärt. Als mögliche Auslöser konnten bislang Durchblutungsstörungen und Entzündungen identifiziert werden. Betroffenen wird deshalb fast ausnahmslos Kortison verabreicht. Um eine mögliche systemische Unverträglichkeit zu umgehen, kann Kortison bei akutem oder stattgefundenem Hörsturz mittlerweile auch lokal appliziert werden. Bei der sogenannten Intratympanalen Kortisontherapie wird das Hormon bei örtlicher Betäubung durch das Trommelfell direkt ins Mittelohr gespritzt und diffundiert sowohl durch das ovale als auch durch das runde Fenster in das Innenohr. Dort erreicht der Wirkstoff eine besonders hohe Konzentration. Seine Potenzierung an relevanter Stelle beschleunigt den Genesungsprozess. Der Vorteil: Auch schwangere Frauen und Patienten mit Diabetes mellitus können im Ernstfall von dieser Therapie-Option profitieren, da das Kortison nicht in die Blutbahn gelangt. Das risikoarme Infusions- und Applikationsverfahren bewährt sich seit 2007 an der HNO-Klinik Erlangen und liefert seither gute Erfahrungswerte und Ergebnisse.
aktuell
Tubendilatation als neues Verfahren in der HNO-Heilkunde
Ein Druckgefühl in den Ohren, das Hörvermögen ist dumpf und eingeschränkt, schnelle Luftdruckveränderungen werden als belastend wahrgenommen – eine Belüftungsstörung oder gar der Verschluss der Tuba auditiva (Ohrtrompete) hat für Betroffene meist unangenehme Folgen. Denn eine durch Entzündungen verursachte Tubenventilationsstörung kann chronisch werden und letztlich auch zu Paukenergüssen und akuter Mittelohrentzündung führen. Doch was tun, wenn das Ohr dicht macht? Effektive und gleichzeitig schonende Therapiemöglichkeiten sowie zuverlässige Messverfahren der Öffnungsfunktion der Tuba auditiva gab es bislang nicht. Eine Innovation ändert und revolutioniert das nun, inspiriert von einem in der Kardiologie zum Einsatz kommenden Dehnungs-Katheter: die Tuben-Therapie. 2009 fand der sogenannte Bielefelder Ballonkatheter seine erste klinische Anwendung. Das minimalinvasive Verfahren kommt nun auch an der HNO-Klinik, Kopf- und Halschirurgie am Universitätsklinikum Erlangen zum Einsatz.
Ein Eingriff wird bei etwa 20-minütiger Vollnarkose transnasal-endoskopisch durchgeführt, der Katheter samt Ballon im knorpeligen Teil der Tuba auditiva platziert (s. Abb. 1). Der zwei Zentimeter lange Ballon wird für zwei Minuten auf zehn bar aufgepumpt, seine Ausdehnung begünstigt die Erweiterung der Ohrtrompete und verbessert ihre Funktion nachhaltig (s. Abb. 2). „Wir sind in höchstem Maße zufrieden mit dem neuen Verfahren. Die Tubendilatation ist risiko- und nebenwirkungsarm, und ihr Erfolg ist nachweislich messbar“, betont Dr. med. Christoph Brase. So unkompliziert und kurz der Eingriff selbst auch ist: Zeit erfordert vor allem die präoperative Diagnostik, um mögliche Risiken sofort auszuschließen und zu evaluieren, ob ein Eingriff überhaupt infrage kommt. Zur Voruntersuchung gehören eine Hörprüfung (Audiometrie) und die Überwachung der Trommelfellbeweglichkeit (Tympanometrie). Außerdem werden mit einer Nasen- und Gehörgangssonde Druckschwankungen gemessen, die Rückschlüsse auf die Funktion der Tuba auditiva geben. Ein CT-Bild des Felsenbeines macht schließlich die umfassende Beurteilung von Anatomie und Funktion der Ohrtrompete möglich.
trends
Patientensicherheit im Fokus: Die DGHNO tagt in Nürnberg
Wissenschaft patientenorientiert weiterentwickeln, Gefahren und Fehler in der Versorgung bewusst reflektieren und reduzieren – diese Aspekte der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde werden bei der 84. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V. (DGHNO) eine große Rolle spielen. Unter dem Leitsatz „Innovation – aber sicher“ lädt in diesem Jahr die HNO-Klinik, Kopf- und Halschirurgie des Universitätsklinikums Erlangen im Namen von Prof. Dr. med. Heinrich Iro, Präsident der Fachgesellschaft und Klinikleiter in Erlangen, vom 8. bis 12. Mai in das Nürnberger Convention Center (NCC Ost) in Frankens größte Metropole. Themen wie Nanomedizin, Maligne Speicheldrüsentumore, Tumorboard und DVT in der HNO-Heilkunde werden während des Kongresses schwerpunktmäßig diskutiert. Außerdem wird es praktische Demonstrationen aus dem Bereich Nasennebenhöhlenchirurgie, Rhinoplastik und transorale Roboterchirurgie (daVinci/TORS) geben. Am 10. Mai wird Wissenschaft in Workshops anwenderorientiert aufbereitet. Dabei stehen Themen wie Nachsorge und Lebensqualität nach einer CI-Versorgung oder der geriatrische HNO-Patient im Zentrum. Zeit für Fort- und Weiterbildung ist am 11. und 12. Mai während der Jahrestagung der Deutschen HNO-Akademie. Der viertägige Fach-Dialog von Praxis und Klinik sowie experimenteller und klinischer Forschung wird von einem kulturell wie gastronomisch elaborierten Programm ergänzt.
Anmeldung und weitere Informationen unter: www.hno.org
praxis
„Gute postoperative Ergebnisse“: daVinci-Roboter erfüllt hohe Erwartungen
Schilddrüsenchirurgie ist mittlerweile ein etablierter Bereich der HNO-Heilkunde. Auch an der Erlanger HNO-Klinik stellt diese Disziplin einen operativen Schwerpunkt dar. Unter der Leitung von Klinikdirektor Prof. Dr. med. Heinrich Iro führt das Ärzteteam momentan Operationen an der Schilddrüse durch. Ausschließlich minimalinvasive und strukturschonende Verfahren finden dabei Anwendung. Ergänzt wird die Expertise im OP von einem ganzheitlichen, interdisziplinär aufgefächerten Behandlungskonzept, das diagnostische Schritte, aber auch eine patientenorientierte Nachsorge impliziert. Verdachtsdiagnosen werden mittels Ab-tasten (s. Abb.), Ultraschall und Feinnadelpunktion verifiziert, die Indikation durch die Kooperation mit weiteren Abteilungen des Universitätsklinikums Erlangen fundiert und Fachexpertise gebündelt. Zum operativen Behandlungsportfolio der HNO-Klinik zählen bis dato die Hemithyreoidektomie, die komplette Thyreoidektomie und die Entfernung maligner zervikaler Lymphknoten und der Nebenschilddrüsen.
service
Himmlisches für Sportfans: Sky in der HNO-Klinik
Patientenkomfort wird in der HNO-Klinik groß geschrieben. Dazu zählt auch ein angemessenes Zerstreuungsangebot – gerade für Patienten, die stationär behandelt werden. Seit November 2012 kommen in der Waldstraße 1 besonders Sportfans auf ihre Kosten. In allen 52 Zimmern und an jedem Bett kann mittlerweile das Programm von Sky kostenlos genutzt werden. Zur Auswahl stehen dabei Sender wie der Tierdokumentations-Kanal NatGEOWild, aber auch Sky Sport 1 international, die Sky Sport News und die Sky Bundesliga-Konferenz. Vor allem jene sorgt Samstagnachmittag auch in den vier stationären Aufenthaltsräumen der HNO-Klinik für Spannung und Ablenkung.
service
Station 100 wird noch kinderfreundlicher
Löffel, die perfekt in den Kindermund passen, ein Töpfchen, bunte Spielsachen, ein Windeleimer und feuchte Tücher neben dem Bett – die Station 100 der HNO-Klinik, Kopf- und Halschirurgie am Universitätsklinikum Erlangen stellt sich zunehmend auf die Bedürfnisse der kleinsten Patienten ein. Vor allem deren Behandlung und Betreuung sollen im Rahmen des Projekts „Kinderfreundliche Station 100“ optimiert und Versorgungsabläufe beschleunigt werden. „Kinder stellen uns vor ganz andere Herausforderungen als Erwachsene“, verdeutlicht David Pfeiffer, Gesundheits- und Krankenpfleger an der HNO-Klinik und Leiter des Projekts. Wie kommen wir zeitnah an kindgerechte Nahrung? Wie motivieren wir ein Kind, auch in der fremden Umgebung genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen? Auch diesen Fragen müssen sich die Projekt-Initiatoren stellen. Im engen Dialog mit der Kinderklinik des Uni-Klinikums finden sie kindgerechte Antworten und ergreifen manchmal ungewöhnliche, wenn auch höchst effiziente Maßnahmen. Ein spielerisch-kreativer Trinkplan beispielsweise komme sehr gut an bei den Kindern und ermögliche die Kontrolle des Flüssigkeitshaushalts, so Pfeiffer. Für jeden getrunkenen Becher Tee darf das Kind eine Zeichnung ausmalen. Das Belohnungsprinzip motiviert, der kleine Patient selbst profitiert. Auch fachlich legte die Station 100 zu. Eine Kinderkrankenpflegekraft verstärkt mittlerweile das Team. Optisch soll sich die Station 100 in Zukunft zusätzlich den Vorstellungen der kleinen Patienten anpassen. Die Umgestaltung ist in Planung.
science
Studie zeigt: Cochlea Implantate erfolgreich in der Tinnitus-Therapie
Gerade schwerhörige Menschen haben häufig mit einem chronischen Tinnitus zu kämpfen. Ein Cochlea Implantat (CI) steigert die Chancen, das lästige Begleitsymptom langfristig zu unterdrücken und die dadurch möglicherweise entstandenen psychosomatischen Beschwerden zu reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der HNO-Klinik, Kopf- und Halschirurgie des Universitätsklinikums Erlangen. Dr. Anne Hast, Dr. Elke Mezger, Dr. Victoria Hertel und Prof. Dr. Dr. Ulrich Hoppe vom Cochlear-Im- plant-Centrum CICERO werteten aus, welche Auswirkungen ein Cochlea Implantat auf die Wahrnehmung des Tinnitus hat. Unter dem Titel „Beeinflussung von subjektiven Ohrgeräuschen durch Versorgung mit Cochlea Implantat“ untersuchte das Team um CICERO-Leiter Prof. Dr. Dr. Ulrich Hoppe das Hörvermögen von 16 CI-Trägern. Alle Probanden klagten vor der Implantation ihres CIs über störende Ohrgeräusche. Um eine Steigerung oder die angestrebte Reduktion der Geräusche zu erfassen, spezifizierten alle Patienten vor und nach der Operation die mit Tinnitus einhergehenden kognitiven und somatischen Belastungen und Wahrnehmungsstörungen auf einem speziellen Fragebogen. Das Ergebnis: Im Vergleich zum präoperativen Zustand der Patienten sank die subjektive Intensität der störenden Ohrgeräusche nach einer CI-Anpassung. Das heißt, ein CI kann offenbar Symptome wie auditorische oder psychische Probleme und Schlafstörungen deutlich verringern. Das Forscherteam verzeichnet in seiner Studie Verbesserungen von bis zu 30 Prozent. Erste Erfolge sind zum Teil schon direkt nach der Aktivierung erkennbar. Die wahrgenommenen Verbesserungen bleiben auch über einen Zeitraum von zwölf Monaten weitestgehend stabil. Um aussagekräftige Ergebnisse und Beurteilungen zu erzielen, ist allerdings ein längerer Untersuchungszeitraum notwenig.
science
Forschungsobjekt Schilddrüse: HNO-Klinik beteiligt sich an internationaler Studie
Eine Lähmung des Recurrens-Nervs ist eine der unangenehmsten Komplikationen, die nach einer Schilddrüsen- Operation auftreten kann. In der Literatur wird kontrovers diskutiert, inwieweit intraoperatives Nerven-Monitoring das Risiko einer Verletzung oder Lähmung des Nervs mindert. Auch statistisch sind Erfolg und Effi zienz von Nerven- Monitoring bislang noch nicht detailliert belegt. Die HNOKlinik führt hierzu in Kooperation mit anderen internationalen Universitätskliniken eine Studie durch, um gezielt und umfassend Zahlen zu erheben. Unter dem Titel „Intraoperatives Recurrens-Nerv-Monitoring bei Thyreoidektomie- Revision“ dokumentiert die HNO-Klinik ihre Erfahrungen mit Nerve-Integrity-Monitoren (NIM). In der Studie wurden bisher jeweils 100 Patienten untersucht, bei denen eine Thyreoidektomie-Revision mit und ohne intraoperatives Nerven-Monitoring durchgeführt wurde. Obwohl Einsatz und Aufbau von NIM die Operationsdauer im Schnitt etwas verlängern, sprechen die Ergebnisse für das intraoperative Nervenmonitoring. Um die Sicherheit des Patienten bestmöglich zu gewährleisten, ist der Einsatz von Nerven-Monitoring an der HNO-Klinik daher Routine. Nach Ansicht der Erlanger Spezialisten stellt es gerade bei schwierigen Revisions-Fällen im Bereich der Schilddrüse eine zusätzliche wichtige Sicherheit für die Patienten dar.
team
Personalia
Wir begrüßen die Assistenzärzte Dr. Carolin Mühlbauer und Jakob Brügel.
termine
Vorschau
16. – 19.04.2013 |
Plastischer OP-Kurs |
08. – 12.05.2013 |
Deutscher HNO-Kongress |
14. – 15.06.2013 |
Allergologie-Grundkurs |
19. – 21.06.2013 |
Speicheldrüsenkurs |
05.07.2013 |
Farbdopplerkurs |
06. – 07.07.2013 |
Sono-Abschlusskurs |
27. – 28.09.2013 |
Allergologie-Aufbaukurs |
12. – 13.10.2013 |
Sono-Grundkurs |
impressum
Herausgeber: |
V.i.S.d.P.: |








