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HNO-Klinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Heinrich Iro
HNO-Klinik, Medizinische Fakultät, Uni-Klinikum

Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr. Gerd Binnig zu Gast in der HNO-Klinik

"Er ist einer der Wegbereiter der Nanomedizin"

Am Montag (16.03.2015) war der Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr. Gerd Binnig zu Gast in der Hals-Nasen-Ohren-Klinik – Kopf- und Halschirurgie (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Iro) des Universitätsklinikums Erlangen. Nach der Besichtigung der Sektion für Experimentelle Onkologie und Nanomedizin (SEON, Leiter: Prof. Dr. Christoph Alexiou) an der HNO-Klinik besuchte der preisgekrönte Wissenschaftler aus Frankfurt am Main auch das Pathologische Institut (Direktor: Prof. Dr. Arndt Hartmann) des Uni-Klinikums Erlangen und hielt anschließend im Hörsaal der HNO-Klinik einen Vortrag zum Thema "Tissue Phenomics – ein neuer Big-Data-Ansatz in der Medizin". "Mit seiner Entwicklung des Rastertunnelmikroskops ist Prof. Binnig einer der Wegbereiter der Nanomedizin", sagte Prof. Alexiou zu Beginn der Veranstaltung, an der auch Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Iro, Prof. Dr. Joachim Hornegger, Vizepräsident der FAU Erlangen-Nürnberg, und Prof. Dr. Dr. h. c. Jürgen Schüttler, Dekan der Medizinischen Fakultät der FAU, teilnahmen.
V. l.: Prof. Dr. Christoph Alexiou (SEON), Prof. Dr. Joachim Hornegger, Vizepräsident der FAU Erlangen-Nürnberg, Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr. Gerd Binnig, Prof. Dr. Dr. h. c. Jürgen Schüttler, Dekan der Medizinischen Fakultät der FAU, und Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Iro, Direktor der HNO-Klinik des Uni-Klinikums Erlangen, im Hörsaal der HNO-Klinik. Foto: Uni-Klinikum Erlangen

Werdegang von Prof. Dr. Gerd Binnig

Prof. Dr. Gerd Binnig promovierte 1978 mit einer Arbeit über "Tunnelspektroskopie an supraleitendem (SN)x" an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main. Mit dem Schweizer Heinrich Rohrer entwickelte er 1981 das Rastertunnelmikroskop, wofür er 1983 den Otto-Klung-Preis als bester deutscher Nachwuchs-Physiker erhielt. Im Jahr 1986 bekamen Binnig und Rohrer gemeinsam mit Ernst Ruska den Nobelpreis für Physik für die Entwicklung des Rastertunnelmikroskops. Anschließend entwickelte Gerd Binnig das Rasterkraftmikroskop (Atomic Force Microscope, AFM). Von der Definiens Imaging GmbH, die aus Gerd Binnigs früherer Firma Delphi2 Creative Technologies GmbH hervorging, stammt die Software eCognition, die Krebszellen in Gewebeproben aufspüren kann.

Physik trifft auf Medizin: Nanomedizin

Die Nanotechnologie ist eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Ihre Anwendung in der Medizin (Nanomedizin) eröffnet neue Möglichkeiten in der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen. Die Entwicklung des Rastertunnelmikroskops und des Atomic Force Microscopes begünstigten die Entwicklung der Nanowissenschaften. Rastermikroskope tasten Oberflächen punktweise ab und erlauben so die Herstellung von Bildern mit enormer Auflösung - bis hinunter zum Einzelatom. Hochauflösende Mikroskope spielen heute eine wichtige Rolle in der biomedizinischen Bildgebung. Hochempfindliche Sensoren auf Basis der AFM-Technologie gewinnen für die medizinische Diagnostik zunehmend an Bedeutung. Automatisierte Bildanalysen eröffnen neue Möglichkeiten für die Gewebediagnostik und den gezielten Wirkstofftransport. Eben dieser Wirkstofftransport mithilfe von magnetischen Nanopartikeln wird von Prof. Alexiou (SEON) intensiv bearbeitet und soll später bei Patienten eine effiziente und schonende Therapie bei Tumor- und Herz-Kreislauferkrankungen ermöglichen. 

Die aktuellsten Ergebnisse der nanomedizinischen Forschungen werden jedes Jahr u. a. auf der weltweit größten Tagung zum Thema - dem European Summit for Clinical Nanomedicine and Trageted Medicine (CLINAM) - in Basel vorgestellt. Prof. Binnig und Prof. Alexiou gehören dem wissenschaftlichen Komitee der CLINAM an.  

Darüber hinaus entsteht in den nächsten Jahren in Erlangen ein neues Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin, das - unterstützt durch Mittel der bayerischen Staatsregierung im Rahmen der kürzlich beschlossenen Nordbayern-Initiative - die beiden Fachdisziplinen vereint.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Christoph Alexiou
Telefon: 09131 85-33156
E-Mail: christoph.alexiouatuk-erlangen.de

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