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HNO-Klinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Heinrich Iro
HNO-Klinik, Uni-Klinikum

"Der CI-Patient gibt den Takt vor"

Personalisiertes Behandlungskonzept bei CI-Nachsorge entscheidend - 5. Erlanger Hörtag lockt 180 Teilnehmer an die HNO-Klinik am Universitätsklinikum Erlangen - Immer noch hoher Aufklärungsbedarf in Sachen Innenohrprothesen - Reger Austausch von Betroffenen und offener Umgang mit Risiken im Vordergrund - Hoppe: "Nach einer langjährigen Schwerhörigkeit muss das Hören erst wieder erlernt werden."
Foto: Rainer Windhorst

Mit der Operation alleine ist es nicht getan. Bei der Versorgung mit einem Cochlea-Implantat (CI) entscheidet in erster Linie eine auf die individuellen Bedürfnisse und Erwartungendes Patienten abgestimmte Nachsorge über Behandlungserfolg und Verbesserungsgrad des HörundSprachverstehens. Beim 5. Erlanger Hörtag des Cochlear-Implant-Centrums CICERO und desVereins "Hören schenken e. V." an der HNO-Klinik am Universitätsklinikum Erlangen standen einmal mehr die Anliegen von CI-Trägern und von hochgradiger Schwerhörigkeit betroffenen Menschen im Mittelpunkt. Insgesamt 180 Teilnehmer informierten sich über die Chancen und Risiken einer CI-Versorgung. "Es besteht immer noch ein hoher Aufklärungs- und Informationsbedarf. Viele Menschen wissen nicht, dass ein CI helfen kann, wenn das Hörgerät nicht mehr ausreicht", erläuterte Prof. Dr. med. Dr. h.c. Heinrich Iro, Direktor der HNO-Klinik. Der Hörtag ermöglichte auch den Austausch zwischen Betroffenen und erfahrenen CI-Trägern, Selbsthilfegruppen, Geräteherstellern und Experten. Teilnehmer konnten vorab Fragen einreichen, die im Rahmen der Veranstaltung beantwortet wurden.

Training macht den Unterschied

Entscheidend für den Erfolg der Behandlung sind die Erwartungshaltung und die Trainingsbereitschaft des Patienten, verdeutlichte dabei Prof. Dr. Dr. Ulrich Hoppe, Leiter des CICERO: "Nicht die Technik, sondern der Patient gibt den Takt vor. Das Hören mit Innenohrprothese muss vom Patienten gänzlich neu erlernt werden. Das ist vielen anfangs nicht klar. Nach einer langjährigen Schwerhörigkeit muss das Hören erst wieder erlernt werden. Dafür geben wir im CICERO umfassende Anreize und Hilfestellungen." Das CICERO bietet neben einer profunden operativen undfachlichen Versorgung besonders eine interdisziplinäre und personalisierte Langzeitnachsorge, die nicht nur eine Betreuung durch Audiologen vorsieht. Auch Psychologen und Logopäden werdenbei Bedarf in die Behandlung integriert. "Der Patient weiß selbst oft am Besten, was gut füri hn ist. Wir nehmen deshalb nicht nur in der Reha Rücksicht auf seine Wünsche und Einschätzungen. Natürlich nur auf Grundlage einer medizinisch fundierten Diagnostik", erläuterte Prof. Dr.Dr. Hoppe. Das CICERO unterstützt Betroffene außerdem bei der Kontaktaufnahme zu Selbsthilfegruppen. "Selbsthilfe ist ein großes Thema bei uns. Nicht nur, weil sich Betroffene untereinanderbesser helfen können. Der Austausch gibt auch Experten Aufschluss darüber, was in der CIVersorgungnoch verbessert werden kann", so Prof. Dr. Dr. Hoppe.

Risiken offen thematisieren

Auch die Entscheidung über die Art der Versorgung, obliegt nach ausführlicher Aufklärung durch einen Mediziner letztlich dem Patienten. In seinem Vortrag "Sind zwei Ohren Luxus?" klärte Prof. Dr. Dr. Hoppe zum Beispiel über die Chancen einer beidseitigen Versorgung mit Hörgerät oder CI auf. Träger von zwei Hörgeräten haben die Möglichkeit, sich bimodal versorgen zu lassen und einen der Schallverstärker durch ein CI zu ersetzen. Die beiden unterschiedlichen Techniken harmonieren im Sinne des Patienten.

Doch nicht nur die Vorteile, auch die Risiken einer CI-Versorgung standen am 5. Erlanger Hörtag im Vordergrund. Über den Umgang mit Schwindel oder das effektive Verlernen eines Tinnitus’ referierten Dr. med. Christoph Brase und Dr. med. Nina Stockmeyer. "Ein CI verbessert das Hören nachhaltig. Dennoch kann es - wie bei jedem operativen Eingriff oder der Einnahme von Medikamenten - zu Nebenwirkungen kommen. Es ist uns wichtig, das offen zu thematisieren, aber auch Lösungen aufzuzeigen, mit diesen Symptomen umzugehen", so Prof. Dr. Dr. Hoppe.

Weitere Informationen für die Medien:

Hals-Nasen-Ohren-Klinik - Kopf- und Halschirurgie
Cochlear-Implant-Centrum CICERO
Prof. Dr. Dr. Ulrich Hoppe
Telefon: 09131 85-32980
E-Mail: ulrich.hoppeatuk-erlangen.de

Birke und Partner Kommunikationsagentur
Silke Wilpert
Telefon: 09131 8842 17
E-Mail: silke.wilpertatbirke.de

Die Hals-Nasen-Ohren Klinik - Kopf- und Halschirurgie ist eine Klinik des Universitätsklinikums Erlangen (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg). Die Klinik unter Direktion von Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Iro gehört zu den größten HNO-Kliniken Deutschlands. Im Jahr 2013 wurden 5.232 Patienten stationär behandelt, hinzu kamen 33.829 ambulante Fälle. Die Klinik verfügt über 80 Planbetten in soeben modernisierter, komfortabler Ausstattung, 6 Operationssäle, eine eigene 5-Betten-Intensivstation und eine Hochschulambulanz. Die HNO-Klinik bietet das gesamte diagnostische, konservativ therapeutische und operative Spektrum der HNO-Heilkunde und der Kopf-Hals-Chirurgie an. Schwerpunkte sind: Schädelbasis-Chirurgie, implantierbare Hörgeräte, Mittelohr-Operationen, plastische und ästhetische Operationen, Nasennebenhöhlen-Chirurgie, Tumortherapie, Allergologie und Schlafmedizin. Die Klinik verfügt außerdem über besondere Expertise bei der Behandlung von Tinnitus und Schwindel. Sie unterhält zudem ein Speicheldrüsenzentrum und ein Schlaflabor. 

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